Ein fast 100 Jahre alter Fassboden bildet die Rückwand, das Dach besteht aus Eichenholz-Fassdauben. (Vielen Dank an die Holz-Spender!)


Ein fast 100 Jahre alter Fassboden bildet die Rückwand, das Dach besteht aus Eichenholz-Fassdauben. (Vielen Dank an die Holz-Spender!)


Allmählich häufen sich die Steine auf unserer Fläche. Das bleibt natürlich nicht so, im März fällt der Startschuss zur weiteren Gestaltung des „ErLebensraums“.
Kräuterspirale, Trockenmauern, ein Schmetterlingsbereich, ein Blühstreifen und ein bienenfreundliches Rosenbeet werden nach und nach eingerichtet, und zugleich in den natürlichen Bewuchs eingebunden.
Heute gab es u.a. bei der Süddeutschen Zeitung einen kleinen Bericht über unsere Nistkästen an der Bodenheimer Kapelle Maria Oberndorf und die Naturschutzarbeit zu lesen.
Im letzten Herbst pflanzten wir, zusammen mit dem NABU, eine Wildstrauchhecke in Bodenheim. Wir haben die Fläche nun mehrfach gemäht, die Sträucher und die Eberesche gegeossen. Und die Arbeit hat sich gelohnt: Ein Großteil der Sträucher ist ganz gut angewachsen. Und auch rund um die Fläche blüht und summt es… Hier gibt es ein paar Bilder.
Leider finden in der Gemeinde momentan sehr viele Rodungsarbeiten statt. Oftmals scheinen hier Augenmaß, ökologisches Bewusstsein und Sinn zu fehlen.
Speziell die Gräben werden dieses Jahr wieder vermehrt „gepflegt“.
Begründung: Die Funktion des Wasserabflusses muss gewährleistet sein.
Man widerlegt dieses Argument jedoch gleich mehrfach mit dem eigenen Handeln.
1. Man entfernt auch den Bewuchs, der gar nicht die Funktionsweise des Grabens beeinflussen kann, da er viel zu weit weg steht.
2. Speziell im Bereich der Uferböschung wird der Bewuchs maschinell mit Hilfe eines Phasenmähers o.ä. bodennah entfernt. Die Bereiche sollen gemulcht werden. Die Folge davon ist klar: Schnittgut bleibt liegen, die Erde wird freigelegt. Dadurch wird einerseits das Schnittgut früher oder später im Graben landen. Andererseits wird das Erdreich erodieren, da es nicht mehr dicht bewachsen ist wie zuvor.
Folge: Der Graben wird durch die Rodungsarbeiten verschmutzt und wird erstrecht in seiner Funktionsweise negativ beeinfusst. Was dann wiederum eine weitere (teure!) Reinigungsaktion sowie neue Zerstörung zur Folge haben wird.


Ursprungszustand

Speziell das Entfernen von Hecken und Bewuchs außerhalb des Wasserlaufs ist völlig unverständlich. Es werden Wildsträucher wie Kornelkirschen, Hartriegel, Wildrosen oder Liguster rigoros entfernt. Dabei sind diese Pflanzen so nützlich für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Aber auch Hecken sind als Leitstruktur für Fledermäuse enorm wichtig. In Bodenheim werden sie ausgedünnt oder komplett entfernt.

Auch in anderen Bereichen finden Rodungen statt. Man entfernt Sträucher, große Bäume und auch Unterbewuchs. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist solch ein Vorgehen alles andere als nachhaltig. In Dürrezeiten dient Bewuchs auch als Wasserspeicher. Ist die Erde mit Pflanzen bedeckt, sinkt die Menge an verdunstetem Wasser deutlich. Unterbewuchs ist auch ein wichtiger Unterschlupf für viele Wildtiere, sowie Nistplatz.

Das Argument, dass die Sträucher wieder nachwachsen würden, ist ein Irrweg. Natürlich werden manche Sträucher wieder austreiben. Doch bis diese Blüten und Früchte ausbilden vergehen Jahre. – Zeit, in denen den Tieren diese Nahrungsgrundlage fehlt, in einer ohnehin immer lebensfeindlicher werdenden Umgebung. Und sobald diese Sträucher endlich wieder einen größeren ökologischen Nutzen erfüllen, kommt vielleicht auch wieder die Säge.

Auch immer mehr große Bäume fallen der Säge zum Opfer. Dabei sind diese enorm wichtige Faktoren für die Artenvielfalt. In sie hämmern Spechte ihre Höhlen, die später von Meisen und anderen Höhlenbrütern, aber auch Fledermäusen oder Käuzen bewohnt werden. Auf und von einem alten, großen Baum leben sehr viele Tiere, aber auch Flechten und Pilze.
Gerne wird beim Fällen argumentiert, es würde ja eine Ersatzpflanzung stattfinden. Doch ein Baum benötigt sehr lange, bis er den gleichen ökologischen Nutzen hervorbringt wie ein alter Baumriese. Es ist ökologisch gesehen ein Holzweg zu glauben, dass Fledermäuse, Spechte und andere Tiere, die auf alte Bäume angewiesen sind, jahrelang ohne diese überdauern können und warten, bis der frisch gepflanzte Baum ihnen wieder den nötigen Lebensraum bietet.
Dieses Treiben muss gestoppt werden, denn es gefährdet unseren Lebenraum.
Aus dem aktuellen Amtsblatt der VG Bodenheim – in Bodenheim wurde eine neue Initiative zum Thema „Müll“ und „Müllvermeidung gestartet:
„Die weltweit (plastik-) vermüllten Meere und Strände sind fern. Und gerade dieses Jahr soll wenigstens das Weihnachtsfest ganz besonders werden. Da geraten mit hygienisch Eingeschweißtem sogar bewusst Denkende ins Schwanken und so manche guten Vorsätze gehen verloren.
Rebecca Koss (Unverpackt Laden & plastikfrei Leben), Torsten Jäger (Naturschutzgruppe Bodenheim) und Kerstin Thieme-Jäger (Quartierbüro „WiB – Wir-in-Bodenheim“) möchten ins Gespräch gehen, was wir hier vor Ort umsetzen können, um die Müllflut zu verringern. Denn: schon viele kleine Veränderungen verändern viel.
Und hier wird für die Weihnachtszeit neugierig gemacht, ohne Zeigefinger, mit guten Tipps und leicht umsetzbaren Ideen, auch für Geschenke, zusammengestellt zum Stöbern im Blog unter https://www.wib-bodenheim.de/
Und mit dem provokativen Slogan „Wir werfen uns weg!“ soll es im nächsten Jahr breiter aufgestellt weiter gehen.
Wir möchten:
• Informieren und Bewusstsein schaffen für die Probleme, die sich bei uns aus der Müllflut ergeben
• Tipps zu einfache Müllvermeidung und –alternativen zusammentragen und zur Verfügung stellen• Unkonventionelle Müllsammel-Aktionen planen und durchführen
• neue und ungedachte Ideen sammeln, die andere haben, denn …
… das Aktionsbündnis soll wachsen: Mitmachen erwünscht! Interesse? Für die guten Vorsätze zwischen den Jahren – Ideen & Fragen werden für 2021 gesammelt: Quartiersbüro WiB – Wir-in-Bodenheim,
Frau Kerstin Thieme-Jäger,
Tel. 06135 – 70 68 18, Mail: k.thieme-jaeger@caritas-mz.de
Die Ortsgemeinde Bodenheim begrüßt diese Aktion und auch der Umwelt- und Artenschutzbeauftragte der Gemeinde, Herrn Krämer, wird das Bündnis nach Kräften unterstützen.“
Gestern haben wir auch in Bodenheim das Rheinufer vom Müll befreit. 30 Menschen waren fleißig, das Bild zeigt leider nur einen Teil der Umweltschützer. Die Aktion war jedenfalls ein voller Erfolg. Wir sammelten insgesamt 3-4 Kubikmeter Müll – ein Haufen von 1 Meter Höhe, auf 2,50m x 2m Fläche. Das passt in 12-15 große, 240 l fassende Mülltonnen! Aus folgenden Komponenten bestand der Müll:
– 316 Plastikflaschen und -becher, Tetrapacks und To-Go-Becher enthalten.
– Über 100 Weißblechdosen wurden eingesammelt.
– Auf weitere über 30 Dosen und Flaschen hätte es Pfand gegeben.
– Wir sammelten insgesamt mindestens 80 Glasflaschen und Gläser ein.

Der Rest des Mülls bestand aus
– mehreren hundert Verpackungsfolien von Schokoriegeln.
– unzähligen Stücken Plastikfolie, die teilweise bereits brüchig war und zerbröselte, wenn man sie auch nur berührte.
– unzähligen Stücken Styropor, das ebenso beim Anfassen zerbröselte.
Wir fanden zudem Spritzen (zum Glück ohne Nadeln), Blister-Verpackungen voll mit Medikamenten, Öl- und Reinigungsmittelbehälter, Batterien, einige Elektrogeräte, viele Kleidungsstücke, Teppichstücke, zehn einzelne Schuhe und auch etwa zehn Schutzmasken, drei prall gefüllte Hundekot-Beutel aus Plastik, etliche Gläser halb gefüllt mit verdorbenen Lebensmitteln, Schüsseln, Eimer, Alufolie,…
Da war der mit Moos bewachsene Schuh noch das schönste Fundstück.
