Ein Blick auf den fertigen Totholz-Bereich: Zu sehen ist im Hintergrund der Walnuss-Stamm, der von ökologisch wertvollem Strauchefeu bewachsen ist. Links davon sieht man einen Baum, an dem wir einen Fledermaus-Spaltkasten angebracht haben. Und im Vordergrund sieht man sowohl Käferkeller als auch Totholz-Wall.

Käferkeller im Dollespark

Wir von der Naturschutzgruppe folgen gerne einem Aufruf der Ortsgemeinde Bodenheim und beteiligen uns an der Umgestaltung des Dollesparks. Zusammen mit weiteren Ehrenamtlichen haben wir einen Totholz-Bereich im Park geschaffen.

Ein Käferkeller ist vielen noch nicht so ganz bekannt. Doch er ist eine tolle Sache.

Zu sehen sind senkrechte, dicke Äste, die aus Holzhackschnitzeln ragen.

Käferkeller

Normalerweise würden Käfer nämlich in der Natur in Tothölzern und Habitatbäumen leben. Da jedoch leider meistens Totholzer weggeräumt werden, oder an völlig ungeeigneten Orten abgelegt, fällt dieser Lebensraum für die Käfer weg. Gleiches gilt für Habitatbäume, die oftmals gefällt werden, da sie krank erscheinen. Doch lassen sie sich durch geeignete Maßnahmen meist erhalten, und dadurch auch Mulm-Bereiche, Spechthöhlen, Moose, Flechten und somit teils gemäß FFH-Richtlinie geschützte Arten.

Als wir im Dollespark sahen, dass dort ein abgestorbener Walnussbaum gefällt werden sollte, regten wir an, dass er als Habitatbaum als Stamm erhalten bleibt. Daneben bauten wir dann den Käferkeller auf.

Hier sieht man die Engagierten beim ersten Termin

Hier sieht man die Engagierten beim ersten Termin. Mit dabei auch die 2. Beigeordnete Heidi Veit-Gönner, die das Projekt im Dollespark zusammen mit Torsten Jäger als Umwelt- und Artenschutzbeauftragter der Ortsgemeidne, gestartet hat.

Eine Fläche von etwa 6 Quadratmetern hoben wir 40 cm tief aus, stellten dicke Äste und Stämme verschiedener Baumarten (Fichte, Weide, Birke, Holunder) hinein, und füllten den Bereich nach und nach mit Holzhackschnitzeln sowie horizontalen Ästen, um alles zu stabilisieren.

Hier sieht man zwei Engagierte, die die Hölzer tragen.

Sehr viel Holz musste geschleppt werden

Hier sieht man Engagierte in Aktion beim Bau des Käferkellers, der bereits Formen annimmt. Erste Stämme stehen senkrecht aus den Holzhackschnitzeln

Der Käferkeller bald fertig…

Rund um das Beet legten wir weitere Baumstämme ab und füllten die Holzhackschnitzel bis zum oberen Rand auf.

Neben dem Käferkeller schichteten wir in einem zweiten Termin aus Hölzern einen Totholz-Wall auf, der bis zum Walnuss-Stamm reicht. Somit haben wir einen Korridor für die Käfer geschaffen, und zugleich Unterschlupf und Nistmöglichkeiten für Igel, Erdkröten, Blindschleichen und Zaunkönige.

Man erkennt hier zwei Engagierte, die Äste in Stücke schneiden.

Hölzer werden in passende Stücke gesägt.

Die Hölzer werden hier ordentlich, aber mit Hohlräumen, aufeinander gesetzt. Man erkennt bereits einen kleinen Wall aus Tothölzern.

Die Hölzer werden zu einem Wall gestapelt.

Zu sehen ist die Larve einer Schwebfliege.

Diese Larve einer Schwebfliege fanden wir im Holz und so wurde sie zur ersten „offiziellen“ Bewohnerin des Käferkellers.

Zu sehen ist am rechten Bildrand der Stamm vom abgestorbenen Walnussbaum. Daran schließt sich direkt ein Wall aus geschwungen aufgestapelten Hölzern an, der sich bis zum Käferkeller erstreckt.

Der Wall ist fertig und stellt eine Verbindung zwischen dem Habitat „Baumstamm“ und dem Habitat „Käferkeller“ her.

Warum Käfer, könnte man sich fragen. Die Antwort lautet: Warum nicht? Unter den rund 8.000 Käferarten Mitteleuropas findet sich eine große Formen- und Farbenvielfalt. Etwa 1.800 Käferarten sind vom Lebensraum Totholz abhängig.
Aber auch von den Käfern sind andere Tiere abhängig, da sie sie fressen. Dazu zählt der Igel, dessen Beutespektrum vor allem Käfer sind.
Ein nachhaltiges und wertvolles Projekt also – so ein Käferkeller. Eine Bepflanzung im Randbereich wird den Lebensraum noch weiter aufrunden. Wald-Ziest, Hohe Schlüsselblumen, Glockenblumen und Farne werden hier demnächst noch gepflanzt.

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