Archiv des Autors: gruenschreiber

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Über gruenschreiber

Ich bin Grünschreiber und Gründenker mit Leib und Seele. Die Menschheit hat sich viel zu sehr von der Natur entfernt und glaubt, sie könne sich die Erde Untertan machen und sie vernichten. Doch der Mensch vergisst dabei, dass er selbst Teil der Erde und Teil der Natur ist. Aus diesem Grund engagiere ich mich im Naturschutz, mit praktischen Projekten ebenso wie mit Öffentlichkeitsarbeit. Ich bewirtschafte einen Naturgarten, habe einige Nisthilfen für Wildbienen und Vögel geschaffen, einen Teich und eine Trockenmauer. Ich bin Vegetarier, versuche meinen "ökologischen Fußabdruck" zu verringern, Müll und Wegwerfwahn zu vermeiden. Zugleich lasse ich in meine schriftstellerische Tätigkeit den Naturschutz mit einfließen. So erschien der Öko-Krimi "Todes Mais", der die Grüne Gentechnik thematisiert und mehr Menschen als nur Naturschützern zugänglich machen soll. Eine ganze Krimireihe ist geplant.

Radikal und ohne Augenmaß? – Allgemeine Zeitung Mainz berichtet

Heute berichtete die Allgemeine Zeitung über die Rodungen – hier konkret die Rodung am Kapellengraben in Bodenheim.Die Argumentation der Verbandsgemeindeverwaltung geht leider am Thema vorbei:Zum Thema Fledermäuse: Während wir bemängeln, dass durch den Wegfall der Hecken Leitstrukturen und Nahrungsgrundlagen für Fledermäuse zerstört wurden, spricht die VG-Verwaltung davon, dass am Graben keine Quartiere oder Wochenstuben vorhanden seien. Da es sich hier um Hecken und kleinere Bäume ohne Höhlen oder künstliche Quartiere handelt, waren hier natürlich auch weder Quartiere noch Wochenstuben betroffen. Wohl aber Leitstrukturen und Nahrungsgrundlagen. Die Fledermäuse nutzten diesen Korridor nachgewiesen zur Jagd. Das Gebiet wurde im letzten Jahr mehrfach mit dem Echometer abgegangen und dabei jagende Fledermäuse geortet. Das ignoriert man gekonnt.Weiterhin wird davon berichtet, dass ein Fachbetrieb die Heckenpflanzen „auf den Stock“ gesetzt hätte. Die Realität sieht jedoch anders aus: Die Hecken wurden fast bodengleich abgeschnitten und rundherum selbst der Grasbewuchs bis unter die Grasnarbe entfernt. Die lose Erde liegt an der Böschung und wird beim nächsten Regen im Graben landen. Verbliebene Bäume wurden mit der Kettensäge verstümmelt, Äste so abgeschnitten, dass ein Teil des Astes abreißt und somit eine große Wunde entsteht. Andere Äste wurden mehr abgerissen und weniger abgesägt. Bildmaterial zur Dokumentation liegt uns vor. Und dies ist aus Sicht der Verbandsgemeinde fachgerecht?

Unser Lebensraum wird gefährdet!

Leider finden in der Gemeinde momentan sehr viele Rodungsarbeiten statt. Oftmals scheinen hier Augenmaß, ökologisches Bewusstsein und Sinn zu fehlen.

Speziell die Gräben werden dieses Jahr wieder vermehrt „gepflegt“.
Begründung: Die Funktion des Wasserabflusses muss gewährleistet sein.

Man widerlegt dieses Argument jedoch gleich mehrfach mit dem eigenen Handeln.
1. Man entfernt auch den Bewuchs, der gar nicht die Funktionsweise des Grabens beeinflussen kann, da er viel zu weit weg steht.
2. Speziell im Bereich der Uferböschung wird der Bewuchs maschinell mit Hilfe eines Phasenmähers o.ä. bodennah entfernt. Die Bereiche sollen gemulcht werden. Die Folge davon ist klar: Schnittgut bleibt liegen, die Erde wird freigelegt. Dadurch wird einerseits das Schnittgut früher oder später im Graben landen. Andererseits wird das Erdreich erodieren, da es nicht mehr dicht bewachsen ist wie zuvor.
Folge: Der Graben wird durch die Rodungsarbeiten verschmutzt und wird erstrecht in seiner Funktionsweise negativ beeinfusst. Was dann wiederum eine weitere (teure!) Reinigungsaktion sowie neue Zerstörung zur Folge haben wird.

Bereits gerodeter und gemulchter Grabenabschnitt

Ursprungszustand

Ursprungszustand

Aktueller Zustand

Speziell das Entfernen von Hecken und Bewuchs außerhalb des Wasserlaufs ist völlig unverständlich. Es werden Wildsträucher wie Kornelkirschen, Hartriegel, Wildrosen oder Liguster rigoros entfernt. Dabei sind diese Pflanzen so nützlich für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Aber auch Hecken sind als Leitstruktur für Fledermäuse enorm wichtig. In Bodenheim werden sie ausgedünnt oder komplett entfernt.

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Auch in anderen Bereichen finden Rodungen statt. Man entfernt Sträucher, große Bäume und auch Unterbewuchs. Gerade in Zeiten des Klimawandels ist solch ein Vorgehen alles andere als nachhaltig. In Dürrezeiten dient Bewuchs auch als Wasserspeicher. Ist die Erde mit Pflanzen bedeckt, sinkt die Menge an verdunstetem Wasser deutlich. Unterbewuchs ist auch ein wichtiger Unterschlupf für viele Wildtiere, sowie Nistplatz.

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Das Argument, dass die Sträucher wieder nachwachsen würden, ist ein Irrweg. Natürlich werden manche Sträucher wieder austreiben. Doch bis diese Blüten und Früchte ausbilden vergehen Jahre. – Zeit, in denen den Tieren diese Nahrungsgrundlage fehlt, in einer ohnehin immer lebensfeindlicher werdenden Umgebung. Und sobald diese Sträucher endlich wieder einen größeren ökologischen Nutzen erfüllen, kommt vielleicht auch wieder die Säge.

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Auch immer mehr große Bäume fallen der Säge zum Opfer. Dabei sind diese enorm wichtige Faktoren für die Artenvielfalt. In sie hämmern Spechte ihre Höhlen, die später von Meisen und anderen Höhlenbrütern, aber auch Fledermäusen oder Käuzen bewohnt werden. Auf und von einem alten, großen Baum leben sehr viele Tiere, aber auch Flechten und Pilze.
Gerne wird beim Fällen argumentiert, es würde ja eine Ersatzpflanzung stattfinden. Doch ein Baum benötigt sehr lange, bis er den gleichen ökologischen Nutzen hervorbringt wie ein alter Baumriese. Es ist ökologisch gesehen ein Holzweg zu glauben, dass Fledermäuse, Spechte und andere Tiere, die auf alte Bäume angewiesen sind, jahrelang ohne diese überdauern können und warten, bis der frisch gepflanzte Baum ihnen wieder den nötigen Lebensraum bietet.

Dieses Treiben muss gestoppt werden, denn es gefährdet unseren Lebenraum.

7 Wochen Müll weg

Raus aus dem Lockdown-Blues – und dabei der Natur auch noch was Gutes tun!

An Aschermittwoch gehts los…
Die Naturschutzgruppe Bodenheim ruft, zusammen mit einem Aktionsbündnis aus „WiB – Wir in Bodenheim“ (Caritas), „Unverpackt Rheinhessen“,  der Ortsgemeinde Bodenheim, der „Pfarrei St. Alban“, den „Bodenheimer Landfrauen 2018 e.V.“ und weiteren Akteuren, zum Müllsammeln auf. Von Aschermittwoch bis Gründonnerstag möchten wir die Natur in Bodenheim von Müll befreien. Aufgrund der Pandemie ist ein Sammeln in Gruppen nicht möglich, aber jeder Einzelne kann beim Spazieren gehen oder Sport Abfall einsammeln und entsorgen.
Doch damit nicht genug: Mit der Müllsammelaktion ist ein Fotowettbewerb verbunden.
So können z.B. Bilder der skurrilsten Fundstücke oder Orte, aber auch von Upcycling-Ideen oder Müll-Kunst eingesandt werden. Es gibt thematisch passende Preise zu gewinnen.
Die Einsendungen werden in folgende Rubriken unterteilt: Kinder und Jugendliche, Erwachsene und „Tandems“ (z.B. eine Kita reicht zusammen mit den Kindern Fotos ein)

Wir werfen uns weg!

Aus dem aktuellen Amtsblatt der VG Bodenheim – in Bodenheim wurde eine neue Initiative zum Thema „Müll“ und „Müllvermeidung gestartet:

„Die weltweit (plastik-) vermüllten Meere und Strände sind fern. Und gerade dieses Jahr soll wenigstens das Weihnachtsfest ganz besonders werden. Da geraten mit hygienisch Eingeschweißtem sogar bewusst Denkende ins Schwanken und so manche guten Vorsätze gehen verloren.

Rebecca Koss (Unverpackt Laden & plastikfrei Leben), Torsten Jäger (Naturschutzgruppe Bodenheim) und Kerstin Thieme-Jäger (Quartierbüro „WiB – Wir-in-Bodenheim“) möchten ins Gespräch gehen, was wir hier vor Ort umsetzen können, um die Müllflut zu verringern. Denn: schon viele kleine Veränderungen verändern viel.

Und hier wird für die Weihnachtszeit neugierig gemacht, ohne Zeigefinger, mit guten Tipps und leicht umsetzbaren Ideen, auch für Geschenke, zusammengestellt zum Stöbern im Blog unter https://www.wib-bodenheim.de/

Und mit dem provokativen Slogan „Wir werfen uns weg!“ soll es im nächsten Jahr breiter aufgestellt weiter gehen.

Wir möchten:
• Informieren und Bewusstsein schaffen für die Probleme, die sich bei uns aus der Müllflut ergeben
• Tipps zu einfache Müllvermeidung und –alternativen zusammentragen und zur Verfügung stellen• Unkonventionelle Müllsammel-Aktionen planen und durchführen
• neue und ungedachte Ideen sammeln, die andere haben, denn …

… das Aktionsbündnis soll wachsen: Mitmachen erwünscht! Interesse? Für die guten Vorsätze zwischen den Jahren – Ideen & Fragen werden für 2021 gesammelt: Quartiersbüro WiB – Wir-in-Bodenheim,
Frau Kerstin Thieme-Jäger,
Tel. 06135 – 70 68 18, Mail: k.thieme-jaeger@caritas-mz.de


Die Ortsgemeinde Bodenheim begrüßt diese Aktion und auch der Umwelt- und Artenschutzbeauftragte der Gemeinde, Herrn Krämer, wird das Bündnis nach Kräften unterstützen.“

Der Winter kommt

Die kalte Jahreszeit beginnt. Und mit ihr verschwinden auch die Futterquellen für unsere Wildtiere. Igel fallen in den Winterschlaf, für den sie einen ungestörten Laubhaufen im Garten benötigen. Fledermäuse verschlafen den Winter weitgehend in Hohlräumen und Spalten oder auf Dachböden. Aber Vögel sind hellwach und viele von ihnen freuen sich über Futter.

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RhineCleanUp 2020

Gestern haben wir auch in Bodenheim das Rheinufer vom Müll befreit. 30 Menschen waren fleißig, das Bild zeigt leider nur einen Teil der Umweltschützer. Die Aktion war jedenfalls ein voller Erfolg. Wir sammelten insgesamt 3-4 Kubikmeter Müll – ein Haufen von 1 Meter Höhe, auf 2,50m x 2m Fläche. Das passt in 12-15 große, 240 l fassende Mülltonnen! Aus folgenden Komponenten bestand der Müll:

– 316 Plastikflaschen und -becher, Tetrapacks und To-Go-Becher enthalten.
– Über 100 Weißblechdosen wurden eingesammelt.
– Auf weitere über 30 Dosen und Flaschen hätte es Pfand gegeben.
– Wir sammelten insgesamt mindestens 80 Glasflaschen und Gläser ein.

Der Rest des Mülls bestand aus
– mehreren hundert Verpackungsfolien von Schokoriegeln.
– unzähligen Stücken Plastikfolie, die teilweise bereits brüchig war und zerbröselte, wenn man sie auch nur berührte.
– unzähligen Stücken Styropor, das ebenso beim Anfassen zerbröselte.
Wir fanden zudem Spritzen (zum Glück ohne Nadeln), Blister-Verpackungen voll mit Medikamenten, Öl- und Reinigungsmittelbehälter, Batterien, einige Elektrogeräte, viele Kleidungsstücke, Teppichstücke, zehn einzelne Schuhe und auch etwa zehn Schutzmasken, drei prall gefüllte Hundekot-Beutel aus Plastik, etliche Gläser halb gefüllt mit verdorbenen Lebensmitteln, Schüsseln, Eimer, Alufolie,…
Da war der mit Moos bewachsene Schuh noch das schönste Fundstück.